Tod entscheiden nicht nur die Gene

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nurgis
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Re: Tod entscheiden nicht nur die Gene

Beitrag von nurgis » Fr 22. Sep 2017, 20:56

sol hat geschrieben:
Kipperlenny hat geschrieben:Deswegen geht man ja auch nicht in die Private - auch nicht als Selbstständiger ;)
was nützt die BESTE Krankenkasse bei KREBS---nicht mal die USA konnte helfen
bei meinem Geschäftsfreund mit 40 Jahren und 10 Mill. DM auf dem Konto------
Der hat aber eine zigmal bessere Versorgung gehabt. Musste nicht in einem Mehrbettzimmer dahinvegitieren und er bekam alle möglichen Erleichterungen. Das ist dann schon ein Unterschied. Ich habe es bei einem Freund erlebt. Er hatte Bauchspeicheldrüsen-Krebs.Er ist zwar auch gestorben, vielleicht später, aber er wurde nicht in ein menschenunwürdiges Hospitz abgeschoben und hatte alle Möglichkeiten für ein erträgliches Leben.

"Deswegen geht man auch nicht in die Private", vor fast 50 Jahren sah das auch noch ein wenig anders aus.
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Re: Tod entscheiden nicht nur die Gene

Beitrag von Cozumel » Fr 22. Sep 2017, 21:31

Hospitze sind doch eigentlich eine gute Sache.

Das Pesonal kann gut auf die Menschen eingehen. Ich hab bisher nur Positives gehört.
Welche Erfahrung hast Du gemacht, dass Du die Hospitze menschenunwürdig nennst?
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Wenn es morgens um sechs Uhr an meiner Tür läutet und ich kann sicher sein, dass es der Milchmann ist, dann weiß ich, dass ich in einer Demokratie lebe.

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Re: Tod entscheiden nicht nur die Gene

Beitrag von nurgis » Fr 22. Sep 2017, 21:58

Cozumel hat geschrieben:Hospitze sind doch eigentlich eine gute Sache.

Das Pesonal kann gut auf die Menschen eingehen. Ich hab bisher nur Positives gehört.
Welche Erfahrung hast Du gemacht, dass Du die Hospitze menschenunwürdig nennst?
Du kennst es hoffentlich nur vom Hörensagen, ich habe es hautnah erlebt bei meiner Mutter. Noch nie habe ich so viel menschliche Kälte vorher erlebt.
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Re: Tod entscheiden nicht nur die Gene

Beitrag von Cozumel » Fr 22. Sep 2017, 22:09

Aber das war doch nur ein Hospitz. So müssen ja nicht alle sein.

Hat noch jemand Erfahrung damit?
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Re: Tod entscheiden nicht nur die Gene

Beitrag von Oliva B. » So 24. Sep 2017, 18:32

nurgis hat geschrieben:[...], aber er wurde nicht in ein menschenunwürdiges Hospitz abgeschoben und hatte alle Möglichkeiten für ein erträgliches Leben.
Cozumel hat geschrieben:Aber das war doch nur ein Hospitz. So müssen ja nicht alle sein.

Hat noch jemand Erfahrung damit?

Nein, nurgis, deine Erfahrungen kann ich glücklicherweise nicht teilen. In der Palliativpflege hat sich in den letzten Jahren genauso viel zum Positiven gewendet wie in Altersheimen.

Als meine Freundin vor 4 Jahren innerhalb weniger Monate an Krebs (zu Hause) starb, war sie neben einigen Krankenhausaufenthalten auch in einem Hospiz.

Ihr Zimmer dort war hell und freundlich und mit warmen Farben wohnlich eingerichtet, wozu eine dezente Beleuchtung und Echtholzmöbel beitrugen (keine Krankenhausatmosphäre :!: ); umgeben von aufmerksamem Personal. Pfleger und Mediziner schauten immer wieder ins Zimmer, um nachzusehen, wie es der Patientin ging oder fragten, ob sie einen Wunsch hätte, auch wenn es sich nur um eine kleine Handreichung handelte wie z. B. das Kissen gerade rücken, die Verabreichung eines schmerzlindernden Medikaments oder um die Frage ging, ob sie Appetit auf etwas Ausgefallenes habe oder den Wunsch hätte, sich zu unterhalten. Meine Freundin hat diese Zeit in ihren scheren Stunden wie einen "Urlaub" empfunden, auch wenn Zuhause (davor und danach) ihr Mann, Freunde und Nachbarn sich liebevoll um sie kümmerten, und ihre Kinder von weither anreisten, so oft es ihnen möglich war, wobei auch die Palliativpflegerin sowie der Hausarzt täglich vorbei kamen, um sie medizinisch zu versorgen.

Das war aber in Deutschland.
Mich würde vielmehr interessieren, ob schon jemand Erfahrungen mit "Hospitales para Enfermos Terminales" hier in Spanien sammeln konnte, denn nicht jeder Resident oder Langzeiturlauber geht am Lebensende in sein Heimatland zurück.

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Re: Tod entscheiden nicht nur die Gene

Beitrag von rainer » So 24. Sep 2017, 19:08

nurgis hat geschrieben:Die reichste Frau der Welt (über 44 Milliarden !) ist gestorben im Alter von 94 Jahren. Als "Normalbürgerin " hätte sie dieses Alter bestimmt nicht erreicht.

Es kristallisiert sich bei unserem Gesundheitssystem, egal ob sozial -oder privat krankenversichert immer mehr heraus: wer Geld hat, hat die besseren Überlebenschanchen. Es hängt alles nur daran kannst du bezahlen. Selbst die Privaten streichen viele Leistungen um sie durch Aufpreise wieder zu erhalten. Es ist doch ein Wahnsinn, wenn Private Krankenkassen am Anfang 30-40 DM verlangten um junge Leute zu ködern und heute bei diesen Kunden teilweise im Bereich von über tausend € liegen.

Wie immer :Geld regiert die Welt und bestimmt die Qualität und Länge Deines Lebens.

PS. mir reichte ein Bruchteil im Promillebereich von den 44 Milliarden. :-D
Na ja, das wären ja immer noch ein paar Milliönchen... :)

Aber zum Thema an sich geht es mir eigentlich umgekehrt. Dazu fällt mir eher das alte Wiener Lied ein "Das Schicksal setzt den Hobel an und hobelt alle gleich...." Tot ist tot, da unterscheidet den Milliardär dann nichts mehr vom Ärmsten der Armen, das letzte Hemd hat keine Taschen.
Und wer weiß, ob ihre letzten Jahre wirklich noch lebenswert waren.
Gruß
rainer

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