Massentourismus - war früher alles besser?

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Oliva B.
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Re: Massentourismus - war früher alles besser?

Beitrag von Oliva B. » Fr 5. Jul 2019, 16:41

ville hat geschrieben:
Do 4. Jul 2019, 15:16
Filmtipp zum Thema: heute (4.7.) um 20:15 auf 3SAT --> "Tourismus-Kollaps"

Gruß ville
Danke, Fritz, ich habe den Beitrag gesehen. Die darauffolgende Diskussion mit den drei Professoren konnte man sich allerdings sparen.

Für mich war zwar nichts Neues dabei, denn all die Auswirkungen des Massentourismus haben wir in diesem oder anderen Threads unseres Forums diskutiert. Erschreckt haben mich jedoch die Menschenmassen (in der anschließenden Diskussion verniedlicht als "Menschen im Schwarm"), die in Städte und an Strände einfallen, ohne Rücksicht auf die dort lebende Bevölkerung zu nehmen.
Nein, das ist nicht mehr meine Art die Welt kennenzulernen. Der Begriff "Bildungsreise" klingt angestaubt, heute reicht "Sightseeing", man schnuppert nur noch rein, macht ein paar "Snapshots" für die Freunde daheim und ist schon wieder weg.

Als Lösung für den Partytourismus (wie in der Sendung gezeigt) will Amsterdam nun ein "Klein-Amsterdam" entstehen lassen, also ein Nachbau der attraktivsten Stätten, verkehrsgünstig gelegen in unmittelbarer Nähe des Flughafens Schiphol. Dorthin sollen die Touristen(-Massen) dann hin- oder umgelenkt werden, damit die Stadt entlastet wird. Ich bin gespannt, ob das funktioniert.... :-?

Auch die Kreuzfahrtlinie "Royal Caribbean Cruises" (Meldung vom 18.3.19) hat sich in dieser Hinsicht etwas Besonderes einfallen lassen und sich eine eigene Privatinsel geleast. Sie heißt Cococay (oder Little Stirrup Cay) und gehört zu den Bahamas. Auf der Insel wohnt praktisch niemand, daher wir auch kaum jemand belästigt, wenn die Touristen einfallen.
Royal Caribbean lässt für die "Überholung" der Insel 200 Millionen Dollar (andere Quellen sprechen von 250 Millionen Dollar) springen. Dafür wird die ganze Insel zu einem riesigen Spaßbad umgebaut, wo die Besucher "den perfekten Tag" (Eigenwerbung) erleben können. Geplant ist der Anbau von zwei Wasserrutschentürmen (einer mit sieben und der andere mit sechs Rutschen), einem Wellenbad, einem Süßwasserbecken, Seilbahnen, privaten Kabinen und einem festen Dock für Schiffe. Dadurch können auch große Ozeanriesen die Insel zu besuchen. Ein halbtägiger Ausflug für Kreuzfahrtreisende (ab Mai 2019) liegen zwischen 39 $ (halbtägiger Eintritt in den Thrill Waterpark) und 1.599 $ (ganztägige Vermietung einer Überwasserkabine für acht Personen). Die Insel wird jedoch über viele weitere kostenlose Annehmlichkeiten verfügen.

Ob diese Art von Disneyland wirklich die Lösung für den Übertourismus/Overtourism in einigen Städten und Gegenden unserer Erde ist?

Quelle:Wikipedia - und - wie immer - auch eigene Recherchen.

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Josefine
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Re: Massentourismus - war früher alles besser?

Beitrag von Josefine » Fr 5. Jul 2019, 19:00

Nun Party-Tourismus, dafür bin ich inzwischen wirklich zu alt. :mrgreen:
Schön war´s trotzdem, meine erste Urlaubs-Flugreise ins Ausland (Spanien, Costa Brava) mit meiner Freundin. Es war 1973 in Lloret de Mar und jeden Abend ging´s in eine der vielen Discos. ;-) Auch das war schon Massentourismus, aber wir fanden es herrlich dort. :-D

Bezüglich Kreuzfahrten: um Großbritannien herum, da wird man noch richtig nett von den ehrenamtlich tätigen Ruheständlern begrüßt. :) Es werden Stadtpläne verteilt, Getränk und Kuchen angeboten, Auskünfte gegeben etc. - richtig herzlich. :smile: Und zum Abschied spielt in manchen Häfen auch eine Kapelle.
Wer lebt, sieht viel. Wer reist, sieht mehr.
Gruß Josefine (Jofina)

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Re: Massentourismus - war früher alles besser?

Beitrag von Florecilla » Fr 5. Jul 2019, 21:06

Oliva B. hat geschrieben:
Fr 5. Jul 2019, 16:41
ville hat geschrieben:
Do 4. Jul 2019, 15:16
Filmtipp zum Thema: heute (4.7.) um 20:15 auf 3SAT --> "Tourismus-Kollaps"

Gruß ville
Danke, Fritz, ich habe den Beitrag gesehen. Die darauffolgende Diskussion mit den drei Professoren konnte man sich allerdings sparen.
Genauso habe ich es auch empfunden und nach einiger Zeit ausgeschaltet.

Ich habe mich hier ja schon vor einiger Zeit als einer dieser "Schnupper-Touristen" geoutet, die eben auch mal nur für einen oder zwei Tage eine Insel oder eine Stadt besuchen. Allerdings sind wir den Menschenmassen (außer in der Felsenstadt Petra in Jordanien und in Jerusalem und Bethlehem) bislang offensichtlich geschickt aus dem Weg gegangen indem wir uns alternative Ausflugsanbieter gesucht haben, die gegen den Strom schwimmen - entweder indem sie andere Routen anbieten oder die Höhepunkte zeitlich besser timen.

Das Beispiel von Capri in obiger Sendung fand ich beispielsweise erschreckend und ich käme (wahrscheinlich) nie auf die Idee, mich in die Schlange der Besucher der Blauen Grotte einzureihen.

Letztendlich wird es schwierig werden, diese Entwicklung umzukehren:

Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los.

(Der Zauberlehrling von Goethe)

Ich glaube, dass alle Versuche, die Touristenflut einzudämmen (beispielsweise der AirBNB-Verbot auf Mallorca, Klein-Amsterdam) sind nur Tropfen auf den heißen Stein. Immerhin reden wir hier von einem gigantischen Wirtschaftszweig, die sicherlich mit Alternativen aufwarten wird, die aber m. E. das Problem nicht lösen werden.
Hasta luego,
Florecilla (Margit)

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nurgis
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Re: Massentourismus - war früher alles besser?

Beitrag von nurgis » Fr 5. Jul 2019, 22:03

Früher war durchaus nicht alles besser ! Es war aber natürlicher, ländertypischer und nicht so hektisch mit digitalen Nachrichten versetzt, wo durch man den Urlaub nicht mehr unbelastet genießen kann. Keine Angst Handy-Junkys, die Zeit kommt nicht zurück.
Jedes liebe Wort macht`s Leben länger. (Hg)

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