Dolores

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Dolores

Beitrag von CBF-Team » Mo 25. Feb 2013, 13:57

Dolores (Vega Baja del Segura)
CBF-Map Dolores.JPG
PLZ: 03150
Einwohner: 7.264 lt. INE 2016, 7.246 lt. INE 2015
Einwohnerbezeichnung: Dolorenses
Ausländeranteil: 15,21 % (= 1.105 Ew., darunter 22 Deutsche; 1.110 lt. INE 2015)
Sprachdominanz: Spanisch


Flughafenentfernung
Alicante – 43 km (AP-7 und A-7)
Valencia – 206 km (Inlandautobahn A-7)
Murcia - 51 km (AP-7)

Ortsbeschreibung
Dolores_Zufahrt-Allee v. San Fulgencio.JPG
Ortseinfahrt aus Richtung San Fulgencio (Foto baufred)
Dolores gehört zum Landkreis "Vega baja del Segura" (untere Flussebene des Segura) und liegt im fruchtbaren Flussdelta. In der huerta del bajo segura werden Zitronen, Orangen, Granatäpfel, Feigen, Datteln und Artischocken angebaut, deren Wachstum nicht nur die Bewässerung, sondern auch das milde Klima zugute kommt: Die Durchschnittstemperatur liegt im Dezember/Januar bei 16°C und im Juli/August bei 28°C.
Dolores_Paseo Aven. d. Alcalde J. Rodriguez.JPG
Paseo Avenida del Alcalde J. Rodriguez (Foto baufred)
Die valencianische Bezeichnung "Dolors" wird praktisch nicht verwendet, da im gesamten Landkreis Kastilisch gesprochen wird.
Dolores_Centro Cultural-Bibliothek & Centro 3a Edad.JPG
Centro de Cultura - Bibiolithek und Centro de tercera Edad (Foto baufred)
Dolores_Centro Salud.JPG
Centro de Salud (Foto baufred)
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Cuartel de la Guardia Civil (Foto baufred)
Dolores_Registro de la Propiedad.JPG
Registro de la Propiedad (Foto baufred)
Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen zählt der Dienstleistungsbereich; die Landwirtschaft (die huerta, das Gemüseland, wird größtenteils künstlich bewässert), leidet jedoch immer wieder unter Wassermangel und niedrigen Erzeugerpreisen;
Dolores_Redonda m. Karren + Traktor Reisfelder.JPG
Retonda/Kreisverkehr mit zweirädriger Kutsche, Traktor und Reisfeldern (Foto baufred)
die Schuhindustrie, die ebenfalls unter den Billigpreisen der ausländischen Konkurrenz darbt; und das Baugewerbe, das bis zum Platzen der Immobilienblase 2007/2008 eine Säule der heimischen Wirtschaft war. Das Baugewerbe profitiert von dem Marktvorteil der Häuser in Dolores, die wesentlich billiger sind als an der nahe gelegenen Küste.

Die Pläne für eine Makrourbanisation unter dem Namen "Dolores Golf" (die Gemeinde genehmigte 2005 ein Fläche von 1,6 qkm, 2.664 Wohneinheiten, 580.000 qm Golfplatz) wurden aufgrund von Einsprüchen der regionalen Regierung geändert und 2007 durchgewunken. Das Golfprojekt sollte genauso wie das 2009 genehmigte Centro Comercial (geplant 50.000 qm und 500 Arbeitsplätze) der Wirtschaft neue Impulse geben und die Zukunft der Stadt sichern. Die Vorhaben stagnieren aber auf Grund fehlender Investoren und anhaltender Rezession.

Zu erwähnen sind noch die außerhalb des Ortskernes gelegenen Industriegebiete (Poligones Industriales) "Los Azarbes" und "La Malagueña".
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Schnappschuss: Sonntagmittag wird der Holzkohlegrill (barbacoa) rausgeholt. (Foto baufred)
Ebenfalls bemerkenswert sind die längs der Straße nach San Fulgencio (CV-859) aneinandergereihten Häuschen, die den schmalen Grundstücksstreifen zwischen Fahrbahn und Bewässerungskanal wie eine "Perlenschnur" folgen und den Kanal manchmal auch überbauen. Jedes Teilstück dieser Häuserreihen hat seine eigene Bezeichnung, wie z.B. "Vereda Los Danieles" usw. (la vereda > Wirtschaftsweg/Weg für Viehtrieb etc.)
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Veredas Richtung San Fulgencio (Foto baufred)
Die typische Küche von Dolores nutzt das frische Gemüseangebot der Region (wie Artischocken und Bohnen) und verwendet auch viel Fleisch und Meeresfrüchte. Daraus entstehen Gerichte wie cocido con pelotas, das sind Frikadellen mit Kartoffeln und Kichererbsen, Arroz con conejo oder Arroz con costra. Es gibt auch viel frisches Obst wie Melonen, Zitrusfrüchte und Aprikosen.


Strände
Die nächstgelegenen Strände findet man in 10 km Entfernung in La Marina und Guardamar del Segura.


Geschichte
Die sumpfige Gegend im Flussdelta des Segura brachte es mit sich, dass dort früher nur Feuchtigkeit liebende Pflanzen wuchsen, eine Brutstätte für Krankheiten und regelmäßigen Pestepedemien, die für eine signifikante Reduzierung der Bevölkerung sorgten.
In Mai 1715 überließ die Stadt Orihuela per Grundbucheintrag (escritura)dem einflussreichen Kardinal D. Luis Belluga y Moncada (später Bischof von Cartagena) eine Fläche von 25.000 tahúllas*) zur Urbanisierung. Er bekam den sumpfigen und für die Besiedlung ungesunden Boden u.a. unter folgenden Bedingungen: er musste sich verpflichten Kanäle zu bauen, um den Boden trocken zu legen, und Häuser und Straßen zu bauen. Quelle: Archivo Histórico Nacional, Akte 17455
  • *) "Tahúlla" kommt von dem arabischen Wort "tahwila" und bedeutet "Feld". 1 tahúlla = 1.118 qm
Danach konnte Beluga die Arbeiten zur Trockenlegung und Landgewinnung in Auftrag geben. Die Aushebung einer Vielzahl von Gräben sorgte dafür, dass das Wasser kanalisiert und zum Fluss Segura und in die Albuferas von Elche geleitetet wurde. Dadurch wurden die gesundheitlichen Probleme der Bevölkerung beseitigt, deren Folge eine bemerkenswerte wirtschaftliche und demographische Expansion war.

In dieser Blütezeit entstanden in der Vega Baja neue Ortschaften wie San Felipe Neri, San Fulgencio und auch Dolores. Die ersten Siedler kamen um 1730 hauptsächlich aus Murcia und Cuenca del Segura. Sie legten Gärten an, die ihnen reiche Erträge bescherten: Gerste, Mais, Wein, Öl, Seide, Hanf, Flachs, Obst und Gemüse erntete man im Überfluss. Doch die Trockenlegung der Sümpfe hatte auch negative Konsequenzen. Sie hat die einst weitläufige Albufera d'Elx auf ihre heutigen Ausmaße zusammenschrumpfen lassen.

Der Ortsname "Dolores" hat seinen Ursprung in der Marienverehrung und spiegelt sich ebenfalls im Kirchennamen "Iglesia Parroquial de Nuestra Señora de los Dololores" wider. Dieser Brauch, neuen Ansiedlungen religiöse Namen zu geben, war zur Zeit der Eroberung Amerikas üblich.

Dolores gehörte bis 1707 zu Orihuela und war bis 1833 ein Teil der Vogtei von Orihuela. 1729 erwarb der Ort seine kommunale Unabhängigkeit von Orihuela und Guardamar del Segura, und durch königlichen Erlass Felipe V. vom 12. Februar 1734 wurde Dolores das Recht erteilt, die Bezeichnung "villa" zu führen.

Das fruchtbare Land war nach einigen Jahren ausgelaugt, deshalb wurden auch genügsamere Pflanzen wir Olivenbäume, Weinstöcke, Orangenbäume und andere Fruchtbäume in die Huerta gepflanzt.

Nach den vorliegenden statistischen Daten hatte Dolores 1705 schon 645 Einwohner, 1850 hatte Dolores 700 Häuser, 6 Straßen und 3 Plätze. Die Einwohnerzahl stieg bis Mitte des 20. Jahrhunderts auf 5.395 an. Bis 2009 hielt das Bevölkerungswachstum an und erreichte den historischen Höchstand von 7.427 Einwohnern.

Märkte
Wochenmarkt:
Freitags von 8 bis 14 Uhr, Avenida Alcalde José Rodríguez, ca. 130 Stände
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Mercado (Foto baufred)
Die wichtigsten Fiestas
Cabalgata de los Reyes Magos

Semana Santa - Am Freitag vor Palmsonntag findet eine Prozession mit dem Bilder der Virgen Dolorosa statt.

Fiesta de Mayo, zu Ehren San Pascual Bailón, am Wochenende nach dem 17. Mai

Fiestas del Sagrada Corazon

Feria de Agosto
- am ersten Wochenende im August. "La Fería de Ganado de Dolores" (Fegado) als eine der nennenswertesten Pferdemessen in Spanien. Mehr als 1.500 Pferde werden jedes Jahr vorgeführt.

Fiestas Patronales de Dolores en honor a Ntra. Sra. de los Dolores - Mitte September, mit dem Spektakel eines Viehtriebs junger Rinder, der "vaca toposa" und der Prozession zu Ehren der "Virgen de los Dolores" (Jungfrau der Schmerzen) - der Ortspatronin.

Sehenswürdigkeiten

Das wichtigste alte Gebäude ist die Kirche - Iglesia Parroquial de Ntra. Sra. de los Dolores, deren Grundstein am 16. August 1737 gelegt wurde. Am 7. Dezember 1774 wurde der Bau beendet. Er beinhaltet Skulpturen von Salcillo und Roque Lopez. Dolores gehört zur Diözese Orihuela.
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Iglesia Parroquial de Ntra. Sra. de los Dolores (Foto baufred)
Ein besonderer Anziehungspunkt - für speziell Interessierte - ist eines der größten Paintball-Areale im Land Valencia mit ca. 20.000 qm Spielfläche in 6 Spielszenarien mit den dazugehörigen Service-Bereichen und großem Grillplatz für Events.


Museen
El Museo de la Huerta - In dem Völkerkundemuseum findet der Besucher eine Sammlung von Gebrauchsgegenstände aus der Huerta der Vega Baja und erfährt weitere Details über die Geschichte der Stadt Dolores.
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Museo de la Huerta (Foto baufred)
Öffnungszeiten:: Samstags von 10.30 bis 13.30 Uhr
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