Neues Gesetz - nun ist alles Valencian

Schulsystem. Freizeitgestaltung mit Kindern, Tipps für Urlaub mit Kindern
Cozumel
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Re: Neues Gesetz - nun ist alles Valencian

Beitrag von Cozumel » Do 27. Jul 2017, 13:27

chris hat geschrieben:
Miesepeter hat geschrieben:Das Euch alle so sehr nahegehende "Sprachproblem" ist ausser in den öffentl. getragenen Schulen gar keins. Deshalb verstehe ich den ganzen Auflauf auch gar nicht. Niemend wird gezwungen diese oder jene Schule zu besuchen - es gibt eine grosse Auswahl, die jeden Wünschen gerecht wird. Allerdings haben viele einen starken katholischen Hiintergrund und kosten auch etwas. Dafür ist das Bildungsniveau wesentlich höher.
Dir scheint das Ausmaß der Katastrophe nicht klar zu sein.

Der Dorfpatriotismus führt bereits dazu, dass den Kindern später auf dem Arbeitsmarkt viele Türen zugeschlagen werden, wenn sie den Dorfdialekt nicht beherrschen.

Früher oder später wird es soweit sein, dass alles, was öffentlich ist, verpflichtend in "Valenciano" veröffentlicht und stattfinden wird, und damit wird in den Alltag der Menschen eingegriffen werden - noch stärker als bisher, und unabhängig davon, dass diese Region offiziell zweisprachig ist, man also ein Anrecht auf Castellano hat. Informationen, Teilhabe am öffentlichen Leben, etc, soll davon abhängen, dass man einen linguistischen Irrsinn mitmacht. Geltendes Recht wird von den Separatisten mit Füßen getreten.

Natürlich kann man sich eine der letzten Bastionen suchen, in der Kinder für >500 Euro im Monat (noch) hauptsächlich in Castellano unterrichtet werden, und die valenzianische Mundart als das behandelt wird, was sie auch ist: eine Pflicht-Fremdsprache neben anderen. Wenn diese Kinder dann aber außerhalb ihrer Schutzzone an keinem Theaterstück, an keinem Sommercamp, an keiner Musikschule etc teilnehmen können - ist das Problem damit gelöst!?

In zukünftigen Schritten wird die Freiheit der Menschen weiter beschnitten werden, indem Gesetze erlasen werden, die das "Valenciano" auch in privaten Bereichen zwingend vorschreiben, analog zum Beispiel bei privat geführten Geschäften in Cataluña, deren Rótulos in "Catalán" verfasst sein müssen - Zuwiderhandlungen stehen inziwschen unter Strafe. Das ist leider kein Scherz.

Soll man da einknicken und seinen Kindern einen der typischen CVs generieren, die bei mir direkt in den Müll wandern:
Sprachen: Valencià, Castellano y un poco de inglés
Kann man es mir verdenken, dass ich mir für meine Kinder wünsche, dass sie stattdessen Spanisch, Deutsch, Englisch und Niederländisch perfekt beherrschen? Jede einzelne dieser Sprache ist an der touristisch geprägten Costa Blanca relevanter als der Dorfdialekt.

Und wegziehen? Ich habe mir hier in mehr als 15 (teilweise sehr entbehrungsreichen) Jahren durch harte Arbeit eine solide Existenz aufgebaut. Soll ich das alles spontan in den Müll werfen, nur weil ein paar Idioten meinen Kindern die Zukunft versauen wollen?

Um "kein Sprachproblem" zu sehen, braucht man schon eine extrem dunkelrosa gefärbte Brille auf der Nase. Für meine Familie ist es ein Riesenproblem, und wir können nur abwarten, wie sich das entwickelt.
Danke Chris, so sehe ich und viele andere da schon seit Jahren. Ich hab mich immer gewundert, dass das so lässig hingenommen wird.
Ich habe zwar keine Kinder, aber ich hab mich zur Zeit der Einführung des Küstenschutzes immer geärgert, wenn man bei den Gemeindeversammlungen bei denen es um genanntes Problem ging (und zu der Zeit auch um mein Haus) nur Valenciano sprach.

Die Bitten der Ausländer im Saal, doch bitte Castellano zu sprechen, wurden in Calpe abgelehnt.

Seit Sanchez Bürgermeister ist hat sich das wohl geändert, deshalb wurde vor kurzen Calpe verklagt, weil es zuwenig valenciano verwendet.

In öffentlichen Stellen und auf websites wird jetzt Valenciano, Euskadi und Castellano angeboten. Wenn man Glück hat Englisch.

Ich finde das sehr sehr respektlos gegenüber den vielen Zugezogenen.
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Re: Neues Gesetz - nun ist alles Valencian

Beitrag von Kipperlenny » Do 27. Jul 2017, 13:28

Und in Pedreguer sind sogar die Warnmeldungen (Überschwemmung, Waldbrand etc.) nur auf Valencian...

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Re: Neues Gesetz - nun ist alles Valencian

Beitrag von Cozumel » Do 27. Jul 2017, 13:41

Zum heutigen Zeitpunkt würde ich mich nicht mehr für die Com. Valencia entscheiden.
Wegen des verstärkten Gebrauchs von Valenciano, wegen der Baubestimmungen LUV und wegen der ausländerfeindlichen Einstellung vieler Valencianos. Klar möchte man vom Segen des Tourismus profitieren, Grundstücke mit hohem Profit verkaufen, Arbeit finden durch Kauf und Erstellung von Immobilien. Mit den Ausländern möchte man aber so wenig wie möglich zu tun haben.

Ich kann das durchaus beurteilen, habe ich doch schon in allen Bereichen Spaniens gelebt, ausser im Norden und im Zentrum.
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Re: Neues Gesetz - nun ist alles Valencian

Beitrag von Josefine » Do 27. Jul 2017, 15:31

Wir waren in der letzten Woche am südlichsten Zipfel der Provinz Valencia, also fast noch in der Provinz Alicante, und haben deutsche Freunde besucht, die dort ihren Urlaub verbringen. An den Straßenschildern konnte man es schon sehen, mit dem Valenciano; hier im Süden der CB steht Calle und dort stand Carrer. ;)

Ich bin sehr froh, dass hier an der südlichen CB nur Spanisch (Castellano) gesprochen wird. Bin mit Valenciano noch nie in Kontakt gekommen. Alle Gespräche mit Spaniern finden auf Castellano statt. Sie können gar kein Valenciano (ich frage jetzt ab und an danach). Alle Behörden-Schreiben sind auf Castellano. :-D

Sollte ich mir hier z.B. eine Stadt aussuchen müssen, wo ich leben möchte, dann würde ich eher Málaga wählen und nicht Valencia. Alicante gefällt mir zwar auch sehr gut, aber da wäre man ja ggf. auch künftig nicht so sicher vor dem Valenciano. ;-)

Aber für uns Ruheständler ist das ja nebensächlich. Ich versuche mein Castallano-Level zu halten, aber ansonsten baue ich eher meine Englisch-Kenntnisse aus. Gerade, wenn man gerne verreist, ist man damit gut beraten.
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Gruß Josefine

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Re: Neues Gesetz - nun ist alles Valencian

Beitrag von Oliva B. » Do 27. Jul 2017, 16:40

Natürlich wäre es für uns Ausländer im Norden der CB einfacher, wenn ausschließlich Castellano gesprochen würde, aber dank der Bemühungen der Valencianischen Regierung wird sich das auch im Süden der CB bald ändern.

:!: Trostpflaster: Jeder Spanier, der den regionalen Dialekt/Sprache spricht, ist auch des Spanischen mächtig. Auch im Norden der CB sind die Einheimischen mehrsprachig (plurilingue) vorgebildet. ;)
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Josefine hat geschrieben: Sollte ich mir hier z.B. eine Stadt aussuchen müssen, wo ich leben möchte, dann würde ich eher Málaga wählen und nicht Valencia. Alicante gefällt mir zwar auch sehr gut, aber da wäre man ja ggf. auch künftig nicht so sicher vor dem Valenciano. ;-)
In Málaga wird natürlich nicht Valenciano gesprochen, aber auch dort bleibt man nicht von dem dort üblichen Andalusischen Dialekt verschont.
Wikipedia meint dazu, Zitat:

  • "Für Menschen mit geringen Spanischkenntnissen ist Andalusisch wegen der verschluckten Konsonanten fast unverständlich."

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Re: Neues Gesetz - nun ist alles Valencian

Beitrag von Cozumel » Do 27. Jul 2017, 18:28

Ich kann das nicht bestätigen, dass man in Andalusien Verständigungsprobleme hat.
Ich hab 7 Jahre zw. Mabella und Malaga gelebt. Davor war ich lange in DE und hatte das meiste Spanisch vergessen.

Das grösste Problem war, dass alle sprechen wie ein Maschinengewehr. Es ist richtig, dass Buchstaben oder die letzte Silbe verschluckt wurde, nur das war kein Problem.

Allerdings wird in Andalusien sehr einfaches Spanisch gesprochen, es war ganz einfach wieder reinzukommen. :)
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Re: Neues Gesetz - nun ist alles Valencian

Beitrag von chris » Do 27. Jul 2017, 19:31

Cozumel hat geschrieben:Zum heutigen Zeitpunkt würde ich mich nicht mehr für die Com. Valencia entscheiden.
Mir geht es ebenso.

Ich habe mich vor knapp 20 Jahren gegen Cataluña entschieden - wegen des sich dort bereits damals abzeichnenden Sprach- und Lokalpatriotismus-Problems (um das mal so euphemistisch zu formulieren, wie es nur irgendwie möglich ist).

Daher fiel die Wahl auf Valencia, leider auch nicht gerade top, wie ich jetzt feststellen muss. Nun haben aber meine Familie und ich hier Wurzeln geschlagen, die eine Veränderung nicht erlauben oder aber sehr mühsam und tränenreich machen würden. Also Ar*** zusammenkneifen und abwarten.

Wenn die Regionalfaschisten weiterhin die Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufeinanderhetzen, mündet der Wahnsinn eh in einen neuen Bürgerkrieg.
:-?

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Re: Neues Gesetz - nun ist alles Valencian

Beitrag von Kipperlenny » So 30. Jul 2017, 22:29

Also zum Teil wurde das Decreto wohl annuliert, irgendein Urteil gibt es auch schon, Freunde mit Kindern in der Schule meinen es wäre ganz annuliert.... Wir verstehen nichts mehr (und die Schulen selber wahrscheinlich auch nicht)...

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Re: Neues Gesetz - nun ist alles Valencian

Beitrag von Miesepeter » Mo 31. Jul 2017, 09:25

Zitat Cozumel: "..dass den Kindern später auf dem Arbeitsmarkt viele Türen zugeschlagen werden, wenn sie den Dorfdialekt nicht beherrschen.." Auf einem Arbetismarkt mit 26% Arbeitslosen gibt es ganz andere Probleme.
Zitat Kipperlenny: "..wurde das Decreto wohl annuliert, irgendein Urteil gibt es auch schon, Freunde mit Kindern in der Schule meinen es wäre ganz annuliert.... Wir verstehen nichts mehr..."
Es erwartet auch niemand, dass Ihr etwas versteht, solange das auf Vermutungen, Meinungen von Freunden und irgendeinem Urteil beruht. Damit trágst Du nur zur allgemeinen Verunsicherung bei. Ausserdem sind wir hier GÄSTE, die sich den Bräuchen und Gebräuchen besser anpsassen sollten.
Kaptalismus = ungleiche Verteilung des Reichtums / Sozialismus = gleichmässige Verteilug des Elends.
Konsequent ist wer sich selbst mit den Umständen wandelt.
Fehlern, aus denen man lenen kann, sollte man frühz<eitig machen.

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Re: Neues Gesetz - nun ist alles Valencian

Beitrag von Kipperlenny » Mo 31. Jul 2017, 09:52

Als reiner Gast sehe ich mich hier nicht - ich zahle hier Steuern, nehme am öffentlichen Leben teil, versuche mich politisch einzubringen (Demos etc.) - da möchte ich dann auch ein gewisses Mitsprache Recht haben bei Dingen die mich betreffen. Und z.B. bei den Kommunalwahlen dürfen wir ja auch wählen.

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