BANANEN - Preisvergleich 21.-28. Januar 2010 ./. 2015

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Oliva B.
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Re: BANANEN - Preisvergleich 21.-28. Januar 2010 ./. 2015

Beitrag von Oliva B. » Mi 28. Jan 2015, 09:57

"Plátanos von den Kanaren - alles andere ist Banane"
- so wirbt die Produktionsgemeinschaft kanarischer Bananenerzeuger in Deutschland.
Die Banane der Kanarischen Inseln (Plátano de Canarias, angebaut wird hauptsächlich die Sorte Cavendish Canario), trägt die Qualitätssiegel für den „geschützten Ursprung“ und die „geschützte geographische Herkunftsbezeichnung" (2011). Ihr typisches Merkmal sind die unverwechselbaren dunklen Sprenkel (angebl. Zuckerflecken) auf der Schale.

Die kanarischen Bananen sind im Gegensatz zu denen aus Übersee fester, kleiner, haben eine dünnere Schale (sind jedoch dadurch auch sehr empfindlich - Transport!), süßer, geschmackvoller und kommen schneller auf den europäischen Markt (kurze Seewege), das heißt eine Woche nach der Ernte, während die Bananen aus Übersee in der Regel anderthalb Monate unterwegs sind. Auch wachsen sie langsamer, d.h. sie reifen doppelt solange wie die amerikanische Konkurrenz, was sich auf den Geschmack auswirkt.

Egal, aus welchem Erdteil die Bananen herkommen, ohne massiven Einsatz von Pflanzenschutzmittel geht es bei den in Monokultur gezogenen Früchten nicht. Doch auf den Kanarischen Inseln setzen die Erzeuger zunehmend auf natürliche Fressfeinde und müssen dadurch weniger Insektizide spritzen. - Wer Wert auf chemiefreie Bananen legt, muss nach dem BIO-Siegel schauen.
Kanarische Bananen.png
2010 kostete ein Kilogramm 1,65 €
Doch trotz der Vorteile der Kanarischen Banane gegenüber der aus Übersee und die Unterstützung durch Subventionen von der spanische Regierung und der EU, haben es die kanarischen Erzeuger schwer, sich außerhalb Spaniens einen Markt zu erschließen.
Die Größe ihrer Früchte will einfach nicht der EU-Norm entsprechen und deshalb werden die kanarischen Bananen nur als Handelsklasse 2 eingestuft, genauso wie die von Madeira, den Azoren, aus der Algarve und Griechenland, während die von den US-Multis produzierten Eurobananen der Marken Dole, Chiquita und Del Monte der Brüsseler Norm entsprechen und somit als Handelsklasse 1 verkauft werden dürfen. Die konkurrierenden US-Multis können in den Anbauländern (vorwiegend Südamerika) wegen der niedrigere Lohnkosten günstiger als ihre Kollegen in Spanien produzieren und sind trotz des langen Transportweges noch günstiger als die Spanier. Vielen unvergessen ist der Bananenkrieg.
In schlechten Jahren verdienen die Erzeuger nur 20 Cent/kg, Profit machen - wie bei anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen auch - die Zwischenhändler.

Produziert werden die Plátanos de Canarias hauptsächlich auf
  • Teneriffa 41,71 %,
    La Palma 34,60 %,
    Gran Canaria 21,45 %,
    La Gomera 1,41 % und
    Hierro 0,79 %,
    Lanzarote 0,04 %
    (Die Zahlen stammen aus 2013)
Schon seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts werden die in Monokultur angebauten Früchte exportiert.
  • 363.771 Tonnen betrug 2013 die Gesamtproduktion, davon gingen
    327.341 Tonnen auf das spanische Festland, wo sie wegen ihres Geschmacks hoch geschätzt werden,
    33.015 Tonnen blieben auf den Inseln und nur
    2415 Tonnen wurden exportiert.
:idea: Hausfrauentipp:
Zu grüne Bananen? Lagert man sie zusammen mit Äpfeln und Tomaten wird die Reifung beschleunigt.

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