KNOBLAUCH - Preisvergleich 14.-21. Januar 2010./.2015

Albertine
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Re: KNOBLAUCH - Preisvergleich 14.-21. Januar 2010./.2015

Beitragvon Albertine » Fr 16. Jan 2015, 19:21

Citronella hat geschrieben:Heute bei Lidl in Benissa:

Ajo aus Castilla/Leon = 200 g = 0,39 €
Ajo grande aus Albacete = 200 g = 0,99 €

und dann gab es noch eine kleine Pappschachtel mit Ajo negro aus Albacete für 3,99 € (das hatte ich noch nie gesehen, hatte aber leider auch keine Zeit genauer hinzuschauen). Kennt das jemand, der Preis ist ja nicht billig?

Saludos
Citronella


@ all
Ich habe Infos über den schwarzen Knoblauch im Netz gefunden. Interessant, was Du entdeckt hast.
Die span. Seite habe ich "übersetzen lassen". Es kann sein, dass der Text hier und da etwas holpert.
schwarzer Knoblauch
Zuletzt geändert von Albertine am Fr 16. Jan 2015, 19:30, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: KNOBLAUCH - Preisvergleich 14.-21. Januar 2010./.2015

Beitragvon Oliva B. » Fr 16. Jan 2015, 19:25

Ich wollte nach Abschluss der Umfrage noch auf die einzelnen Knoblauchsorten eingehen, auch auf den schwarzen Knoblauch, aber Citronella hat sich schon gut umgeschaut ;;) und Albertine war einfach schneller als ich :) :

Das istajo negro.

Der "Schwarze Knoblauch" ist ursprünglich normaler, weißer Knoblauch, der durch natürliche Fermentierung in dieses "gesunde und nahrhafte Produkt" verwandelt wird. Diese Aussage stammt übrigens nicht von mir.
Der spezielle Fermentierungsprozess bei hohen Temperaturen dauert einen Monat, wodurch die Knoblauchzehen ihre dunkle Farbe erhalten, ihre Textur weicher wird und sich das" einzigartige Aroma" entwickelt.

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Re: KNOBLAUCH - Preisvergleich 14.-21. Januar 2010./.2015

Beitragvon Albertine » Fr 16. Jan 2015, 19:32

@ Elke
Ich habe mein Foto vom Ajo negro entfernt. Dein klares Foto ohne drumherum gefiel mir besser.
Saludos Albertine

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Re: KNOBLAUCH - Preisvergleich 14.-21. Januar 2010./.2015

Beitragvon vitalista » Fr 16. Jan 2015, 20:03

Im Mercadona Ajo morado 1kg/ € 4,90 Ajo malla 350g/ € 1,35
Schwarzen Knoblauch habe ich noch nie gesehen.
Wer morgens zerknittert aufsteht, hat tagsüber noch Entfaltungsmöglichkeiten!

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Re: KNOBLAUCH - Preisvergleich 14.-21. Januar 2010./.2015

Beitragvon Citronella » Sa 17. Jan 2015, 11:02

Ich habe gestern Abend auch noch Tante Google zu Ajo negro befragt - es ist wie bei vielen Sachen, man muss es ausprobieren. Es gibt auch kritische Stimmen und viele fragen: Hype oder Humbug ....

Aber wir sind OT :oops:

Saludos
Citronella

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Re: KNOBLAUCH - Preisvergleich 14.-21. Januar 2010./.2015

Beitragvon Albertine » Sa 17. Jan 2015, 11:32

Citronella hat geschrieben:Ich habe gestern Abend auch noch Tante Google zu Ajo negro befragt - es ist wie bei vielen Sachen, man muss es ausprobieren. Es gibt auch kritische Stimmen und viele fragen: Hype oder Humbug ....

Aber wir sind OT :oops:

Saludos
Citronella


Liebe Citronell,
das ist richtig :) Hype oder Humbug. Dazu möchte ich noch einen deutschsprachigen Link empfehlen.
hier
Schwarzer Knoblauch war mir bisher unbekannt. Und ich bin gespannt und freue mich auf Oliva B. = Elkes Abschlußinfos.
Saludos Albertine

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Re: KNOBLAUCH - Preisvergleich 14.-21. Januar 2010./.2015

Beitragvon Oliva B. » Sa 17. Jan 2015, 14:22

Citronella hat geschrieben:Aber wir sind OT :oops:


Richtig, in diesem Thread geht es um die Varietäten des frischen Knoblauchs (dazu kommt später mein Abschlussbericht). Der Ajo negro gehört eigentlich genauso wenig hier hin wie eingelegter Knoblauch...
Doch um den schwarzen Knoblauch kommen wir nicht herum, er "revolutioniert" seit ein paar Jahren die Küche. Die Idee stammt ursprünglich aus Thailand und Korea. Besonders gefragt ist die Delikatesse in Japan und den USA (wo sie unter dem Namen "black garlic" bekannt ist).
Der Preis ist auch nicht ganz "ohne", zwei Knollen "Ajo negro" sollen im Supermarkt ca. 7 Euro kosten.

Der ajo negro wird ohne chemische Zusätze schwarz, d.h. ohne Konservierungsmitteln oder Chemie, sondern auf völlig natürliche Art und Weise, nämlich durch Fermentation (Feuchtigkeit und Wärme). Auch Tee und Tabak werden fermentiert.
Durch den Prozess verliert der Knoblauch seinen strengen Geschmack und Geruch, die Konsistenz wird weicher und er schmeckt fruchtig-süß und so intensiv wie wir es von Trockenobst kennen. Geschmacklich ist der Unterschied genauso groß wie zwischen frischen und getrocknete Tomaten.
Bei der Fermentation wird dem frischen Knoblauch ca. 20 % Feuchtigkeit entzogen, wodurch er leichter wird und dadurch nicht nur der prozentuale Anteil der gesunden Inhaltsstoffe gegenüber den frischen Knoblauch steigt, sondern auch der Zuckeranteil (mehr Kalorien).
Ein Argument, das die Werbung gern verwendet, sind die gesundheitlichen Vorzüge des schwarzen Knoblauchs gegenüber des weißen. Die Aktivität der Antioxidantien sollen lt. Hersteller 5 mal höher sein als bei frischem Knoblauch und die Polyphenole sogar gleich 5 bis 7 mal höher. Aber da den Knollen nur Feuchtigkeit entzogen wird, die gesunden Inhaltsstoffe aber bei deutlich geringerem Gewicht erhalten bleiben, ist das ein wenig Augenwischerei und vielleicht auch ein Grund der Hype um diese schwarze Wunderknolle.

Mit Ajo negro lassen sich z.B. Dips herstellen; klein geschnitten als Blättchen oder Würfeln schmeckt er gut auf Pizza und wirkt allein schon wegen des Kontrastes sehr dekorativ, wenn er über Nudeln und Reis verteilt wird.

Dann lasst euch das "schwarze Wunder" gut schmecken: ¡Buen provecho!

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Re: KNOBLAUCH - Preisvergleich 14.-21. Januar 2010./.2015

Beitragvon Albertine » Sa 17. Jan 2015, 18:31

Elke - Herzlichen Dank für Deinen Zwischenbericht

Hier am Niederrhein ist nach meiner Meinung nicht die richtige Knofi-Zeit. Beim Hofladen in meinem Ort gab es

die getrocknete dicke Knolle aus Frankreich = 100 g für 80 Cent (re im Bild)
die frische Knolle aus Ägypten = 100 g für € 1,50 (li im Bild)

Bild

Bei REWE war erstaunlicherweise der Preis für eine getrocknete Knolle höher. Hier kostet
die getrocknete Knolle = 100 g € 1,19
Bild

Bei der Vergrößerung meines Fotos entdeckte ich links oben im Bild - total überrascht - ein Fach und Preisschild
mit "unserem"
Ajo negro = 100 g für € 9,98. Da muß ich doch gleich am Montag noch einmal nachschauen. :)

Saludos Albertine

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Re: KNOBLAUCH - Preisvergleich 14.-21. Januar 2010./.2015

Beitragvon Oliva B. » Sa 17. Jan 2015, 19:45

Zum wiederholten Male habe ich festgestellt, dass der Mercadona überall dieselben Einheitspreise hat - in Crevillente genauso wie in Calp.

Im Mercadona kostet momentan
der ajo morado (das ist der violett gestreifte) 4,90 €/kg, der Ajo malla (im Netz) 350g/ € 1,35, das entspricht 3,85 €/kg.

Bei einem kleineren, privat geführten Supermarkt in Benissa-Costa verlangte man 4,45 €/kg für lose Ware, ohne genaue Herkunftsbezeichnung,

Das Netz mit 500 Gramm auf dem Calper Wochenmarkt (3 x pro Woche) kostete an einem Stand 2 € (extra de la mancha), der Preis vom anderen Stand ist mir irgendwie entfleucht. #:-s

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Re: KNOBLAUCH - Preisvergleich 14.-21. Januar 2010./.2015

Beitragvon Oliva B. » Mi 21. Jan 2015, 20:50

In Spanien unterscheidet man entweder zwischen

1) Knoblauch mit einem festen Blütenschaft (cuello duro),
und
2) Knoblauch mit einem weichen Stängel (cuello blando), auch Rockenbolle (Rocambole) genannt, der sich leichter zu Zöpfen (ristras) flechten lässt.

oder zwischen

a) weißem (ajo blanco oder ajo común) Knoblauch, der robuster ist als die Varietät in Rosa und auch länger aufbewahrt werden kann als diese. Er wird vorwiegend in der nordwestlichen autonomen Region Kastilien-León angebaut, zwischen den Provinzen Valladolid und Segovia, wo er ideale Wachstumsbedingungen vorfindet: Im Januar Temperaturen bis zu Minus 15 Grad und im Juli bis 40 Grad
und
b) Rosa Knoblauch (ajo rosado oder morado)

Der bekannteste Knoblauch in Spanien ist der rosafarbene "Ajo Marodo de las Predroñeras", eine autochthone Varietät und die einzige in Spanien mit einer seit 2001 geschützten geografischen Herkunftsbezeichnung. Er wird im Herzen von Kastilien-La Mancha in 227 Gemeinden angebaut, wo er ideale Bedingungen vorfindet: Kalte Winter und heiße Sommer.

Allgemein:
Die Ernte aus bewässerten Kulturen ist doppelt so hoch wie im Trockenanbau.
Weitere Anbaugebiete findet man in Córdoba, Granada, Badajoz, Albacete, Jaén und Cadiz.

So hält sich Knoblauch frisch:
Nach der Ernte, die ungefähr Mitte Juni beginnt, wird der Knoblauch einige Tage auf den Feldern zum Trocknen liegen gelassen, danach eingesammelt und weiter getrocknet. Zwei, drei Wochen dauert der Trocknungsprozess insgesamt, wobei der Knoblauch 45 bis 50 Prozent seines Gewichtes verliert (und wo wir schon bei Prozentzahlen sind: Gekochter Knoblauch verliert gegenüber frischen 90 Prozent seiner gesunden Wirkstoffe).
Knoblauchbehälter.JPG
Kühl und luftig lagern: Knoblauchgefäß aus Ton

Bei guten Bedingungen in belüfteten Räumen oder speziellen Gefäßen, die keinesfalls warm stehen sollten, lässt sich Knoblauch 6 bis 7 Monate aufbewahren, sodass er auch im Winter "frisch" verwendet werden kann. Weißer Knoblauch hält sich länger als der rosafarbene.


Preiseentwicklung:
Die Preise der Ernte 2013/2014 sind gegenüber der Vorjahresernte 2012/2013 um fast 16 Prozent gefallen, im Vergleich zu der campaña 2011/12 waren es sogar 25 Prozent weniger.
Inzwischen soll es sogar noch eine Erhöhung des Zollkontingentes für die Einfuhr von frischem Knoblauch aus China in die EU geben, und zwar um satte 37 Prozent, als Gegenleistung für den EU-Beitritt von Rumänien und Bulgarien (ist das glaubhaft #:-s ???) - eine weitere Gefahr für den Anbau spanischen Knoblauchs, wo die Felder bereits reduziert werden. Quelle.

Aber auch über den Nicht-EU Staat Norwegen soll Knoblauch nach Europa eingeführt werden. Einmal dort gelandet, soll er über Schweden in andere EU-Länder gelangen. Paradoxerweise liefert auch Großbritannien Knoblauch nach Spanien, obwohl der Staat selbst kaum Knoblauch produziert.

Der Preisverfall trifft die Bauern hart, denn sie müssen für Chemikalien und Bewässerung ständig mehr ausgeben.
Auch die Verkaufspreise für den lila Knoblauch der autochthonen Sorte "Pedroñeras" ist in den letzten Jahren immer weiter gefallen, sie liegen teilweise unter den Produktionskosten und der Anbau wird zunehmend unwirtschaftlich. Viele Bauern haben schon aufgegeben, denn hinzu kommen die steigenden Preise für die Bewässerung und Chemikalien.
Knoblauch Warenkorb.png
Unsere recherchierten Preise spiegeln nicht die allgemeine Preisentwicklung wider


Apropos chem. Belastung:
Seit den 1990er Jahren gibt es schon Knoblauch, der "in vitro" gezüchtet wird, um dem Entstehen von Krankheiten entgegen zu wirken, denn Knoblauch ist weniger robust als man vermutet. Aber Vorsicht, gerade der importierte chinesische Knoblauch ist hoch belastet, wobei man wissen sollte, das China 85 Mal mehr Knoblauch als Spanien produziert! Da sollte man doch lieber nicht so sehr nach dem Preis schauen, sondern eher einheimische Sorten, die weniger pestizidbelastet sind, bevorzugen. Ich empfehle zur Vertiefung den Spiegel-ArtikelErnährung "made in China"

Tipps gegen den lästigen Mundgeruch:
Petersilie, Pfefferminz, Gewürznelken, Ingwer, Milch - doch gegen Ausdünstungen über die Haut ist bis heute "kein Kraut gewachsen" :d .

Zum Schluss:
In der Region Murcia werden rohe Knoblauchzehen übrigens gerne als Aperitif zum Bier oder zu einem Glas Wein verzehrt.


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