Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon Cozumel » Sa 29. Apr 2017, 21:35

Ich sehe es so wie Villa.

Ärmelaufkrempeln und etwas auf die Beine zu stellen ist nicht die Stärke der meisten Spanier. Natürlich unter Berücksichtigung des Nord/Süd Gefälles.

Ich habe dafür genügend Beispiele.
Zuletzt geändert von Cozumel am Sa 29. Apr 2017, 21:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon nurgis » Sa 29. Apr 2017, 21:47

Das ist auch meine Meinung. Viele wollen ganz einfach nicht arbeiten .Staat und Familie helfen schon im Notfall. Wer wirklich seine Lebensunterhalt selbst finanzieren will , findet etwas.
Ich weiss wovon ich spreche. Mit 18 , nach Berufsausbildung, bin ich von zu hause ca. 400km entfernt weg. Für einen Hungerlohn. Meine Eltern meinten damit schaffst du das nie. Ich habe es ohne Hilfe geschafft und viel dadurch gelernt. Auch das Essen, denn seit dem esse ich fast alles, weil ich oft gehungert habe. Meine Zimmermiete war zusammen mit dem nötigen Busticket war so hoch, das ich dann den km langen Weg zur Arbeit lief um etwas zu Essen zu haben.Nie hätte ich bei meinen Eltern zugegeben, das ich es nicht schaffe.Ich habe es geschafft.
Heute leben, besonders hier, die Kinder oft wie die Maden im Speck. Durchaus nicht alle, aber der Anteil ist sehr hoch. Eigentlich sind die Eltern Schuld.Sie wollen immer das Beste für ihr Kind. Ist es aber das Beste den Weg dahin absolut zu glätten ? :-?
LG Nurgis
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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon Cozumel » Sa 29. Apr 2017, 22:20

Nurgis, so weit würde ich nicht gehen, dass Spanier faul sind und nicht arbeiten wollen.

Sie sind einfach nicht flexibel genug und es fehlt am Biss und am Willen alles zu tun um etwas zu erreichen.

Aber gerade einfache Spanier sind aber oft sehr fleissig und haben drei Jobs gleichzeitig und können doch nicht davon leben.
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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon nurgis » Sa 29. Apr 2017, 22:30

Cozumel, du hast nicht richtig gelesen. Ich sprach durchaus nicht von allen Spaniern, genauso nicht von allen Deutschen, nur ist die Tendenz momentan leider nach oben gerichtet
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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon Cozumel » Sa 29. Apr 2017, 22:40

Ich habs schon richtig gelesen nur mich falsch ausgedrückt. sorry :*
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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon Xanaron » Sa 29. Apr 2017, 23:51

Ich werde mir nie erlauben zu behaupten, dass "die Spanier" irgend etwas sind oder nicht sind weil ich solche Verallgemeinerungen grundsätzlich ablehne und als falsch taxiere. Besonders betreffend Faulheit in Bezug auf Arbeitslosigkeit.
Abgesehen davon bin ich sicher, dass niemand, egal ob Spanier, Weisser, Schwarzer, Schweizer oder was auch immer gerne in einer Position als Arbeitsloser ist! Ich habe es genug erlebt in den letzten Jahren, dass an unserer Tür geläutet wurde und Menschen Arbeit suchten. Und gerade einmal einem konnten wir helfen. Als er uns dann erklärte, wie das System Selbständig hier so funktioniert hat uns auch die Augen geöffnet, weshalb viele darauf verzichten (müssen) eine eigene Firma anzumelden. Die Auflagen (Sozialabgaben, egal ob der Verdienst überhaupt hoch genug ist diese leisten zu können!) verhindern es. Auch deshalb viel Schwarzarbeit.

Also bitte, nehmt Euch etwas zurück mit solchen Äusserungen. Wenn Ihr es geschafft habt, heisst das noch lange nicht, dass es andere auch schaffen können. Verallgemeinend mangelnden Willen unterstellen finde ich äusserst fragwürdig.

Wir alle können dazu beitragen Arbeitsplätze zu erhalten. Wenn ich sehe, wie die Kunden z.B. die Selbstbedienungskassen in den Supermärkten benutzen, damit sie nicht einige Minuten an einer bedienten Kasse warten müssen, so sollten sie sich bewusst sein, dass sie damit Arbeitsplätze vernichten. M.E. unnötiger Weise. Denn würden die Schlangen an diesen Kassen länger und die Kunden sich weigern die Arbeit selbst zu machen, dann wäre es schnell vorbei mit diesem Systemwechsel. Dass die Preise dadurch fallen dürfte ja wohl kaum einer glauben.....
Gleiches kann man auch mit dem Einkaufverhalten in Sachen Preisoptimierung sagen. Fachhandel benutzen würde ebenfalls Arbeitsplätze erhalten. Ebenso möglichst regionale und einheimisch Produkte suchen und einkaufen. Ja, ich weiss, made in china ist leider fast nicht mehr zu vermeiden. Aber mit etwas gutem Willen findet man vielfach Alterntiven so, dass wenigstens eine Teilproduktion aus Europa stammt.

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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon Kipperlenny » So 30. Apr 2017, 00:11

Hier kosten die Sozialabgaben (inkl Krankenversicherung!!!) die ersten Monate nur 50€ im Monat! Andere Kosten hat man nicht - das Steuerformular kriegt man selber hin.

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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon Cozumel » So 30. Apr 2017, 00:13

Xanaron hat geschrieben:Ich werde mir nie erlauben zu behaupten, dass "die Spanier" irgend etwas sind oder nicht sind weil ich solche Verallgemeinerungen grundsätzlich ablehne und als falsch taxiere. Besonders betreffend Faulheit in Bezug auf Arbeitslosigkeit.
Abgesehen davon bin ich sicher, dass niemand, egal ob Spanier, Weisser, Schwarzer, Schweizer oder was auch immer gerne in einer Position als Arbeitsloser ist! Ich habe es genug erlebt in den letzten Jahren, dass an unserer Tür geläutet wurde und Menschen Arbeit suchten. Und gerade einmal einem konnten wir helfen. Als er uns dann erklärte, wie das System Selbständig hier so funktioniert hat uns auch die Augen geöffnet, weshalb viele darauf verzichten (müssen) eine eigene Firma anzumelden. Die Auflagen (Sozialabgaben, egal ob der Verdienst überhaupt hoch genug ist diese leisten zu können!) verhindern es. Auch deshalb viel Schwarzarbeit.
Also bitte, nehmt Euch etwas zurück mit solchen Äusserungen. Wenn Ihr es geschafft habt, heisst das noch lange nicht, dass es andere auch schaffen können. Verallgemeinend mangelnden Willen unterstellen finde ich äusserst fragwürdig.

Wir alle können dazu beitragen Arbeitsplätze zu erhalten. Wenn ich sehe, wie die Kunden z.B. die Selbstbedienungskassen in den Supermärkten benutzen, damit sie nicht einige Minuten an einer bedienten Kasse warten müssen, so sollten sie sich bewusst sein, dass sie damit Arbeitsplätze vernichten. M.E. unnötiger Weise. Denn würden die Schlangen an diesen Kassen länger und die Kunden sich weigern die Arbeit selbst zu machen, dann wäre es schnell vorbei mit diesem Systemwechsel. Dass die Preise dadurch fallen dürfte ja wohl kaum einer glauben.....
Gleiches kann man auch mit dem Einkaufverhalten in Sachen Preisoptimierung sagen. Fachhandel benutzen würde ebenfalls Arbeitsplätze erhalten. Ebenso möglichst regionale und einheimisch Produkte suchen und einkaufen. Ja, ich weiss, made in china ist leider fast nicht mehr zu vermeiden. Aber mit etwas gutem Willen findet man vielfach Alterntiven so, dass wenigstens eine Teilproduktion aus Europa stammt.


Nein Xanaron, ich nehme mich nicht zurück. Dazu lebe ich schon zu lange in Spanien und hatte früher auch beruflich mit Spaniern zu tun.
Jedes Volk hat so seine Schwächen und Stärken. Welches die Schwächen der Spanier sind, muss man nicht lange suchen, wenn man sich auskennt.

Deshalb müssen natürlich nicht alle so sein und auch einzelne persönliche Erlebnisse helfen da nicht weiter, sondern nur eine gründliche Kenntnisse der Landes und der Menschen.
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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon Oliva B. » So 30. Apr 2017, 10:57

villa hat geschrieben:Ganz anders ist die Situation der Menschen die in der Hochkonjunktur ganz leicht Arbeit fanden und nun auf der Strasse stehen. Da fehlt ja schon die Schulische Basis um sich zu Verändern.


In meinem letzten Post bezog ich mich explizit auf die immer noch sehr hohe Quote arbeitsloser Jugendlicher in der Provinz Alicante (46,4 %).

Nach der neuesten Statistik (25.4.17) von Eurostat liegt Spanien mit einer NEET-Rate (Prozentsatz nichterwerbstätiger Jugendlicher, die weder an Bildung noch an Weiterbildung teilnehmen, span. "ninis" ) um 4,5 Prozentpunkte niedriger als 2013. Natürlich gibt es junge Menschen, die weiterkommen (wollen), auch wenn ihre Chancen noch so schlecht stehen. Viele gingen ins Ausland und schönen nun die Statistik.

Was aber ist mit dem Fünftel aller Jugendlicher zwischen 18- bis 24 Jahren, das in Spanien nach 6 Jahren Grundausbildung die Schule abgebrochen hat? Wenn man erlebt, wie fehlerhaft die meisten dieser schlecht qualifizierten Jugendlichen lesen und schreiben, kann man sich nicht vorstellen, dass sie aus eigenem Antrieb in eine Bibliothek gehen oder mithilfe ihrer Smartphones eine Fremdsprache erlernen, geschweige denn mit selbständiger Arbeit (und den damit verbundenen Formalitäten) am PC Geld verdienen können.

Auch werden in den Haushalten der armen Familien (Anmerkung: Ein Drittel der Kinder lebt nach Angaben der internationalen Hilfsorganisation Save the Children unter der Armutsgrenze. Nach Rumänien ist das die zweithöchste Quote innerhalb der EU.) kaum noch taugliche PCs vorhanden sein (anders als in Deutschland), denn die meisten Geräte wurden in besseren Zeiten angeschafft, als die Banken noch mit Krediten um sich warfen und die Arbeitslosenquote im Land bei niedrigen 8,23 % (jetzt 19,4 %) lag. Und wie viele dieser Haushalte werden sich noch einen Internetanschluss leisten können, wenn im Winter selbst das Geld zum Heizen fehlt?

Und wie viele Spanier leben an der Küste oder in großen Städten, wo die Jugendlichen weitaus bessere Arbeits- und Weiterbildungsmöglichkeiten haben als im strukturschwachen Inland? Wie viele Jugendliche können nicht von zu Hause weg, weil sie nicht die Mittel haben, selbständig zu leben?

Zum Schluss noch ein Zitat:

    "Der fatale Mix aus desolatem Bildungsniveau, geringer Produktivität und fehlenden Innovationen wird sich in den kommenden Jahren rächen. Er macht es einem Land schwer, seine Wirtschaft in Richtung höherwertiger Branchen wie IT zu dirigieren."
    Quelle: "Wirtschaftswachstum - schöner Schein in Spanien" Handelsblatt vom 14.03.2017.

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Re: Von wegen Aufschwung! Arbeitslosigkeit Prov. Alicante

Beitragvon maxheadroom » Mo 1. Mai 2017, 22:58



Hola todos y Oliva,
gerade zu Deinem am Schluss aufgeführten Zitat wäre noch eines aus einer DELPHI Studie hinzuzufügen, diese Studie hat sich mit der Arbeitssituation im Jahr 2020 beschaeftigt, ist ja nicht mehr lange hin :)
unter vielen anderen Aspekten , die den meisten sicher nicht ganz geheuer vorkommen, die aber nach meiner bescheidenen Meinung so sicher sind wie das berühmte Amen in der Kirche, passend zu dem von Dir aufgeführten Zitat:
Für immer mehr, auch einfache Arbeiten sind sehr gute IT-Kenntnisse erforderlich. Daher
werden Arbeitskräfte ohne IT-Kenntnisse aus dem Arbeitsmarkt herausgedrängt.
Sicher ist auch dass weniger qualifizierte Arbeitkräfte es zunehmend schwerer haben werden,
eine Erwerbstätigkeit zu finden.
Was dies für die hohe Anzahl an jugendlichen Arbeitslosen in Spanien bedeutet steht wohl ausser Frage .( meine Lieblingsfrage :) ob es Politiker gibt die sich damit beschaeftigen ?? Wohl eher nicht )

Saludos
maxheadroom

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